From a5b6d2c98c9d7c0aa7cdfdc255908d769d7ecefb Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: melo Date: Tue, 9 Jun 2026 12:49:34 +0200 Subject: [PATCH] MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit Bewertungsbogen und Differenzierung für das Spiel-Programmier-Projekt --- sitzung-07.md | 84 +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 1 file changed, 84 insertions(+) create mode 100644 sitzung-07.md diff --git a/sitzung-07.md b/sitzung-07.md new file mode 100644 index 0000000..bc6f424 --- /dev/null +++ b/sitzung-07.md @@ -0,0 +1,84 @@ +# Bewertungsbogen +## Programmierprojekt „Eigenes Spiel in Scratch“ + +### Übersicht der Kategorien und Gewichtung + +Kategorie | Gewichtung +----------|----------- +A) Technik & Code | 40 % +| B) Kreativität & Spielkonzept | 25 % | +C) Dokumentation & Darstellung | 20 % | +D) Präsentation & Reflexion | 15 % + +### A) Technik & Code (40%) – Grundstandard + Kür + +| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte (Kür‑Niveau) | +|----------------------------------|----------------------------------------|----------------------------------------------|-------------------------------------------------------------------------|--------------------------------------------------------------------------------------| +| Variablen | Keine Variable oder fehlerhaft | Variable vorhanden, begrenzt sinnvoll | Mindestens 1 Variable sinnvoll integriert (z. B. Punkte, Leben) | Mehrere Variablen sinnvoll genutzt (z. B. Punkte, Leben, Level) | +| Schleifen | Keine Schleife | Schleife vorhanden, aber kaum funktional | Schleife steuert wiederkehrende Aktion (z. B. Bewegung Gegner) | Mehrere Schleifen, effizient eingesetzt (z. B. Muster, Animationen) | +| Bedingungen (if / if‑else) | Keine Bedingungen | Bedingungen vorhanden, teils fehlerhaft | Mindestens 2 korrekte Bedingungen (z. B. Kollision, Gewinn) | Vielfältige Bedingungen, die Spielverlauf reichhaltig steuern | +| Ereignissteuerung & Spiellogik | Spiel startet nicht zuverlässig | Start/Steuerung teilweise unzuverlässig | Spiel startet zuverlässig, Steuerung meist stabil | Spiellogik robust, wenige Fehler, klar strukturierter Ablauf | +| Struktur & Lesbarkeit des Codes | Unübersichtlich, schwer lesbar | Teilweise strukturiert, viele „Lose Enden“ | Skripte überwiegend strukturiert, nachvollziehbar | Sehr gut strukturierte Skripte, ggf. sinnvolle Kommentare, Wiederverwendung von Bausteinen | +| Fortgeschrittene Konzepte (Kür) | Keine | – | – | Einsatz fortgeschrittener Konzepte (z. B. Nachrichten, eigene Blöcke, Listen) | + +Die maximale Punktzahl in A) kann auch ohne das letzte (Kür )Kriterium bereits eine gute Note ermöglichen; das Kür Kriterium dient zur Aufwertung besonders anspruchsvoller Projekte. + +### B) Kreativität & Spielkonzept (25%) + +| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte | +|--------------------------------|----------------------------------------|------------------------------------------------|-------------------------------------------------|-------------------------------------------------| +| Originalität der Spielidee | Weitgehend Copy‑Paste eines Beispiels | Leicht abgewandelte Standardidee | Eigenständige, nachvollziehbare Spielidee | Besonders kreative, stimmige und ggf. thematisch relevante Idee | +| Kohärenz von Thema & Mechanik | Unklare oder widersprüchliche Spielwelt| Ansätze von Thema, aber inkonsistent | Thema und Mechanik passen zusammen | Sehr stimmige, atmosphärisch dichte Spielwelt | +| Benutzerfreundlichkeit (UX) | Steuerung unklar, kaum Rückmeldungen | Steuerung teilweise verständlich, wenige Hinweise | Steuerung klar kommuniziert, grundlegende Rückmeldungen | Sehr benutzerfreundlich: klare Anleitungen, sinnvolle Rückmeldungen, gute Lesbarkeit | + +### C) Dokumentation & grafische Darstellung (20%) + +| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte | +|--------------------------------------|----------------------------------|-------------------------------------------|-------------------------------------------------------------|--------------------------------------------------------------------------------------------| +| Schriftliche Spielbeschreibung | Fehlt oder unverständlich | Kurze Beschreibung mit Lücken | Vollständige Beschreibung (Ziel, Steuerung, Figuren) | Sehr ausführliche, verständliche Beschreibung inkl. Zielgruppe, Besonderheiten | +| Storyboard / Flowchart des Spielablaufs | Fehlt | Vorhanden, aber unvollständig oder unklar | Zeigt Hauptzustände und Übergänge nachvollbar | Klar strukturiert, deckt tatsächlichen Ablauf ab, ggf. mit Legende | +| Entwicklungsdokumentation (Prozess) | Kein Einblick in Prozess | Vereinzelte Notizen, wenig strukturiert | Kurze Prozessdokumentation (z. B. 2–3 Schritte, Probleme, Lösungen) | Differenzierte Prozessdokumentation, Reflexion von Problemen und Lösungswegen | + +### D) Präsentation & Reflexion (15%) + +| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte | +|-------------------------------|--------------------------------------|-------------------------------------------------|-----------------------------------------------------------------------|--------------------------------------------------------------------------------------------| +| Klarheit der Präsentation | Unstrukturiert, schwer nachvollziehbar | Grundstruktur erkennbar, aber lückenhaft | Klare Gliederung (Idee, Demo, Technik), verständlich | Sehr klare, adressatengerechte Präsentation mit sicherer Vortragstechnik | +| Erläuterung der Programmierkonzepte | Kann zentrale Konzepte nicht erklären | Erläutert Teile, aber mit Unsicherheiten | Erläutert eingesetzte Konzepte (Variablen, Schleifen, Bedingungen) verständlich | Erklärt Konzepte sicher, nutzt Fachbegriffe korrekt, kann Fragen beantworten | +| Reflexion des Lernprozesses | Keine Reflexion | Sehr kurze, oberflächliche Reflexion | Reflektiert Stärken, Schwächen und Lernerfahrungen | Tiefe Reflexion inkl. Ideen für Weiterentwicklung und Transfer | + +## Differenzierung in Projekt & Bewertung einbauen +### Diagnose: Wie erheben Sie zu Beginn den Lernstand Ihrer Klasse? Skizzieren Sie eine kurze Eingangsaufgabe oder Selbsteinschätzung. + +**Eingangsaufgabe** +Die Schülerinnen und Schüler erstellen einzeln ein Scratch Projekt, in dem eine Figur ein Quadrat mit Seitenlänge 50 läuft; sie sollen dazu möglichst wenige Blöcke verwenden. +Erweiterung: Wenn die Figur das Quadrat beendet hat, wird eine Variable runden um 1 erhöht. +So erkenne ich, ob Schleifen sinnvoll eingesetzt, Variablen korrekt angelegt und verändert werden und wie sicher die Lernenden die Scratch Oberfläche bedienen. + +**Selbsteinschätzung** +Ergänzend füllen die Lernenden einen Kurzfragebogen aus (Likert Skala), z. B.: „Ich kann eine Figur mit Pfeiltasten steuern“, „Ich kann Schleifen einsetzen“, „Ich kann Variablen anlegen und verändern“, „Ich habe schon einmal ein Spiel programmiert“. +Aus Eingangsaufgabe und Selbsteinschätzung leite ich meine Differenzierungsangebote ab. + +### Pauschale Angebote: Welche Differenzierungsangebote stellen Sie für alle bereit? (z. B. gestufte Hilfekarten, Pflicht-/Küraufgaben, Lerntheke) +Ich setze vor allem pauschale Angebote ein, aus denen alle Lernenden wählen können. +- **Gestufte Hilfekarten** (Stufe 1: allgemeine Tipps, Stufe 2: Hinweise/Teilsnippets, Stufe 3: teilweise ausgearbeitete Code Bausteine). +- **Pflicht und Küraufgaben:** Ein gemeinsamer Pflichtkern (mindestens eine Variable, eine Schleife, zwei Bedingungen, funktionsfähiges Grundspiel) und optionale Kür Aufgaben wie zusätzliche Level, Nachrichten, High Score oder besondere Gestaltung. + +### Qualitativ & quantitativ: Geben Sie je ein konkretes Beispiel für eine qualitative und eine quantitative Differenzierung in Ihrem Projekt. + +**Quantitative Differenzierung** +Langsamere Lernende gestalten ein stabiles, spielbares Grundlevel; schnellere Lernende erweitern ihr Spiel um weitere Level oder zusätzliche Gegner, ohne dass mehr Umfang automatisch mehr Punkte bedeutet. + +**Qualitative Differenzierung** +Schwächere Lernende können ein vorbereitetes Grundgerüst nutzen (z. B. Figur mit Pfeiltastensteuerung und einfachem Gegner) und ergänzen Variablen, Kollisionsbedingungen und Game Over Bildschirm. +Stärkere Lernende entwerfen eine eigene Spielmechanik und setzen anspruchsvollere Konzepte wie Nachrichten, Listen oder eigene Blöcke ein. + +### Bewertung & Fairness: Wie berücksichtigt Ihr Bewertungsbogen differenzierte Anforderungen? Wird für alle dasselbe verlangt, oder gibt es ein gemeinsames Grundniveau mit gestuften Zusatzkriterien? Begründen Sie, wie Sie trotz Differenzierung fair bewerten. + +Im Bewertungsbogen ist ein gemeinsamer Grundstandard mit gestuften Zusatzkriterien verankert: +- Gemeinsamer Kern: Für alle gelten dieselben Mindestanforderungen (Variable, Schleife, Bedingungen, funktionierendes Spiel, Basisdokumentation). Dieser Kern reicht aus, um eine gute Note zu erreichen. +- Gestufte Zusatzkriterien: Fortgeschrittene Konzepte (z. B. Nachrichten, eigene Blöcke, mehrere Level) werden als Kür mit Zusatzpunkten bewertet, sind aber nicht verpflichtend. + +Hilfekarten und Grundgerüst stehen allen offen und gelten daher als legitime Binnendifferenzierung; in der Präsentation müssen Lernende zeigen, dass sie ihre eingebauten Teile verstehen. +So bleiben die Anforderungen transparent, der Kern für alle gleich und zugleich werden leistungsstarke Lernende für Mehrleistung fair belohnt, ohne schwächere zu benachteiligen. +